Wildwasserfahren im CCC Barsinghausen

Wildwasser von A bis Z

Ankanten: Beim Ankanten wird der Kajak nur durch Schenkel- und Kniedruck abgekippt.

Ausrüstung: Zu einem Paddler, der sich auf einen wilden Fluss wagt, gehört eine sichere Ausrüstung, die lebenswichtig ist. Hierzu gehört ein wildwassertaugliches Kajak, ein Paddel, ein Helm mit einem Gesichtsschutz, eine Spritzdecke mit einer Aufreißschlaufe, eine Schwimmweste mit Bergeleine, ein Wurfsack und eine Neoprenanzug gegen Unterkühlungen.

Ausschwingen: Beim Ausschwingen kommt man aus der Hauptströmung zur ruhigen Uferzone. Dabei nutzt man die Gegenströmung (Kehrwasser) als Bremse, kantet seinen Kajak stromauf und wird mit der Bootspitze gegen die Strömung gedreht.

Bogenschlag: Der Bogenschlag dient zum Kurvenfahren. Mit dem Paddel wird ein langer Rundschlag gezogen.

Einschwingen: Beim Einschwingen setzt der Paddler mit der Bootspitze stromauf im Fluss ein. Mit einigen kräftigen Schlägen stromauf und dem leichten Ankanten stromab paddelt er schräg in die Hauptströmung. Die Hauptströmung erfasst dann das Boot, dreht es und lenkt es stromab.

Eskimorolle: Die Eskimorolle ist eine Technik die zum schnellen Aufrichten nach einer Kenterung angewendet wird.

Gefällstufen: Als Gefällstufen werden Kanten bzw. Wasserfälle im Flussverlauf genannt.

Hindernisse: Hindernisse können Felsen, Bäume, Brücken, Reste von Fundamenten, Abfall oder Pfeiler etc. im Flussverlauf sein. Diese Hindernisse verlangen von den Paddlern äußerste Vorsicht. An ihnen können scharfe Kanten etc. sein und es kann auch zu Klemmunfällen kommen. Gefährliche Passagen sollten umtragen werden.

Hüftschwung: Beim Hüftschwung wird der Kajak aus der Hüfte heraus angekippt. Die sichere Beherrschung des Hüftschwung ist die Voraussetzung zum Erlernen der Eskimorolle.

Katarakt: Als Katarakt wird eine durch Blöcke und Felsriegel gegliederte Stromschnelle bezeichnet. Je nach Wasserstand verändert sich der Strömungsverlauf des Kataraktes.

Kehrwasser: Ein Kehrwasser entsteht häufig hinter Hindernissen, die im Stromverlauf liegen. Die Strömung fließt an den Hindernissen, z.B. Steinen, vorbei. Hinter den Steinen steht das Wasser. Die Strömung wurde durch den Stein unterbrochen. Fährt man dieses Kehrwasser mit der Bootsspitze an, schwingt man in das Kehrwasser ein und steht hinter dem Hindernis stromauf.

Kentern: Wenn ein Paddler die Eskimorolle nicht beherrscht und er mit seinem Kajak umkippt ist er gezwungen den Kajak unter Wasser zu verlassen. Dabei zieht er an der Aufreißschlaufe seiner Spritzdecke und schwimmt, wenn möglich, mit seiner Ausrüstung ans Ufer.

Kolke: Kolke, Tumpf, Gumpe oder auch Unterwasser wird der Flussgrund unter einem Wasserfall genant. Unter dem Wasserfall haben Steine den Grund abgerieben.

Landstart: Bei einem Landstart startet der Kajakfahrer vom Land aus. Ist ein schwieriger Streckenabschnitt, der das Einsetzen zu Wasser nicht ermöglicht, zu bewältigen, rutscht der Kajakfahrer über einen Felsen oder die Uferböschung in die Strömung.

Paddelstütze: Die Paddelstütze ist die wichtigste Technik beim Wildwasserfahren. Bei der Paddelstütze wird der Kajak angekantet und das Paddel fungiert als Ausleger. Das Paddelblatt liegt auf der Wasseroberfläche. Dann kann der Paddler sich kurz mit der Blattfläche auf dem Wasser abstützen und verhindert so ein Kenterung.

Prallwasser: Wenn die Strömung auf ein Hindernis, z.B. einen Felsen trifft, prallt das Wasser an dem Felsen ab. Dieses Wasser nennt man Prallwasser. Je nach Hindernis bildet sich ein Prallwasser oder eine Unterspülung des Hindernisses. Unterspülungen bringen Gefahren für Schwimmer mit sich. Gekenterte Paddler können unter den unterspülten Felsen gesogen werden.

Schwälle: Schwälle tauchen häufig in der Mehrzahl auf. Sie entstehen an Stellen, wo der Strömungsverlauf am Geradesten und die Geschwindigkeit der Strömung am Größten ist. Schwälle können auch als kleine Wellen bezeichnet werden.

Schwierigkeitsgrade: Wildwasserflüsse sind je nach Schwierigkeitsgrad in unterschiedliche Stufen eingeteilt. Es gibt 6 verschiedene Schwierigkeitsgrade: 1 ist unschwierig, 2 ist mäßig schwierig, 3 ist schwierig, 4 ist sehr schwierig, 5 ist äußerst schwierig und 6 ist an der Grenze der Befahrbarkeit.

Schwimmen: Sollte ein Paddler gezwungen sein, in einem Fluss zu schwimmen, sollte er immer mit dem Gesicht nach oben und den Füßen voraus schwimmen. So sieht der Schwimmer wo er hin schwimmt und kann auf Gefahren früh genug reagieren. Er kann sich mit den Füßen an möglichen Hindernissen abstoßen.

Siphon: Strömungen unter einem Felsen nennt man Siphon. Diese Strömungen sind je nach Wasserstand schwer zu erkennen und gefährlich.

Strömung: Je nach dem welche Art von Gestein, Grad an Gefälle, Wassermenge und Umfang der Kurven gegeben sind, entwickelt sich die Strömung. Folgen können sein: Walzen aller Art ,Wirbel, Schwälle, Gefällstufen etc.

Umtragen: Gefährliche Flussabschnitte sollten umtragen werden. Je nach Leistungsstand des Paddlers sollte entschieden werden, ob gefährliche bzw. schwierige Flussabschnitte gefahren werden. Entscheidet sich der Paddler gegen eine Befahrung, steigt er kurz vor dem Beginn des zu meidenden Abschnittes am Ufer aus, umträgt den Abschnitt und steigt dahinter wieder ein.

Walzen: Bei einem bestimmten Wasserstand bilden sich Walzen hinter Hindernissen, d.h. das Wasser „überschlägt“ sich. Das Oberwasser fließt kurz dem Strom entgegen und tritt dann als Unterströmung unterhalb der Walze wieder aus. Je nach Größe der Walze trägt das Oberwasser einen Paddler. Der Paddler kann mit seinem Kajak parallel zu der Strömung in der Walze stehen. Dazu muss er seinen Kajak stromab ankanten, damit das Wasser unter seinem Rumpf hindurch fließen kann.

Wehre/Rücksog von Wehren: Wehre sind Gefällstufen, die zum größten Teil künstlich angelegt sind. Sie sehen harmlos aus, verbergen aber oft tödliche Gefahren. Hinter einigen Wehren entsteht ein Rücklaufsog. Dieser Rücklaufsog kann einen Schwimmer erfassen und in den Rücklaufbereich zieht. Der Schwimmer hat dann oft nur eine Möglichkeit aus dieser Situation heile zu entkommen. Er muss im Rücklauf bis auf den Grund abtauchen. So gelangt er mit der Unterströmung in das ablaufende Wasser.

Wriggen: Die Grundtechnik beim Wriggen ist der Ziehschlag. Jedoch wird hierbei das Paddel nicht direkt zum Körper gezogen sondern mehrere Ziehschläge werden hintereinander wie eine Acht bis zum Körper und wieder zurück gezogen.

Wurfsack: Der Wurfsack ist das wichtigste Sicherheitsgerät beim Wildwasserfahren und beinhaltet ein 20m langes Seil. Mit ihm kann Zielgenau geworfen werden und so ein verunglückten Kajakfahrer an Land gezogen werden.

Ziehschlag: Der Ziehschlag wird oft als Korrekturschlag eingesetzt. Dabei wird das Paddel steil gehalten und in der Bootsmitte ca. 60cm parallel zum Körper im Wasser eingesetzt. Das Paddel wird dann zum Körper gezogen. Durch diese Paddelbewegung bewegt sich der Kajak seitlich.

Literaturangabe: „Richtig Wildwasserfahren“ von Holger Machatschek Verlag BLV Sportpraxis Top